Solarcampus - Effizienz gewinnt!

Warum "Energieeffizienz"?

Rund 40% des Energieverbrauchs Deutschlands wird durch den Betrieb und die Nutzung von Gebäuden verursacht. Zugleich belegene zahlreiche Studien, dass insbesondere im Gebäudebestand erhebliche Einsparpotenziale „schlummern“. Zu Recht wird die Energieeffizienz somit auch als „schlafender Riese“ bezeichnet.

Neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien ist die Erhöhung der Energieeffizienz aber der Schlüsselbaustein zur Erreichung der klima- und energiepolitischen Ziele Deutschlands, wie folgendes Diagramm aus einer Studie im Auftrag des BMU zeigt.

 

Szenario zur Struktur des Primärenergieverbrauchs Deutschlands bis 2050 (Quelle: BMU)

Während beim Ausbau der erneuerbaren Energien in den letzten Jahren bereits große Zuwachsraten erzielt wurden, sind die Fortschritte bei der Erhöhung der Energieeffizienz, insbesondere auf der Nachfrageseite, nach wie vor unzureichend. Zwar weist der Wärmebedarf von Gebäude bereits sinkende Tendenzen auf, beim elektrischen Energiebedarf ist aber eine gegenläufige Entwicklung zu beobachten. Die systematische Erhöhung der Energieeffizienz ist somit die Herausforderung der kommenden Jahre!

Warum in Hochschulen?

Die rund 400 deutschen Hochschulen in Deutschland verwalten und betreiben derzeit einen Gebäudebestand von mehreren tausend Gebäuden unterschiedlichster Größe, Nutzung und Baualters. Ein Großteil der Gebäude wurde in den 1960er und 1970er Jahren während der allgemeinen Expansionsphase des deutschen Hochschulsektors errichtet und genügt somit den heutigen energetischen Standards bei Weitem nicht. Hinzu kommen erhebliche bauliche Mängel, die sich in Folge der jahrzehntelangen chronischen Unterfinanzierung in Bauunterhaltung und Instandsetzung eingestellt haben und mittlerweile mit einem Vielfachen der jährlichen Investitionsausgaben beziffert werden. Die insbesondere in den letzten Jahren massiv gestiegenen Energiepreise haben die Situation zusätzlich verschärft. An der Universität Kassel z.B. haben sich die Energiekosten binnen der zurückliegenden Jahrzehnts nahezu verdoppelt – bei einem gleichzeitig moderaten Anstieg des Energieverbrauchs von ca. 1% pro Jahr (siehe Uni Kassel in Zahlen).

Gleichzeitig wurden in den letzten Jahren die klimapolitischen Zielvorgaben deutlich erhöht und dabei insbesondere die Vorbildfunktion des öffentlichen Sektors hervorgehoben. In Hessen wird dies durch das Ziel der Landsregierung deutlich, die Verwaltung bis zum Jahr 2030 CO2-neutral zu gestalten ("CO2-neutrale Landesverwaltung"). Da der Hochschulsektor den Ländern zugeordnet ist, betrifft dieses ambitionierte Ziel der Landesregierung auch direkt die Hochschulverwaltungen.

Gerade Hochschulen, die gemeinhin als Motoren für Innovationen – technische wie gesellschaftliche – angesehen werden, sollten auch beim Klimaschutz eine Vorreiterrolle einnehmen. Die systematische Erhöhung der Gebäudeenergieeffizienz dürfte somit die zentrale Herausforderung für Hochschulverwaltungen in den kommenden Jahren jenseits ihres eigentlichen "Kerngeschäfts" Forschung und Lehre darstellen.

 

 



%qs_faqs%%