Solarcampus - Effizienz gewinnt!

Energieausweise

Ausgangslage und Ziele

In öffentlichen Gebäuden ist es seit dem 1. Juli 2009 nach Energieeinsparverordnung (EnEV) zwingend vorgeschrieben, Energieausweise gut sichtbar auszuhängen, um bei Nutzern und Besuchern der Gebäude die Sensibilität für das Thema Energieeinsparung zu erhöhen und zugleich die Vorbildfunktion des öffentlichen Sektors zu unterstreichen. Darüber hinaus liefern Energieausweise wichtige Anhaltspunkte für mögliche Energieeinsparpotentiale eines Gebäudes.

Mit einem Bestand von rund 85 Gebäuden stellte dies eine erhebliche Herausforderung für die Hochschulverwaltung dar, da die Erstellung der Ausweise mit teils großem Aufwand verbunden ist. An dieser Stelle konnte das solarcampus-Team unterstützend eingreifen und sich dieser Aufgabe annehmen. Unter Leitung von Prof. Dr. Anton Maas erstellten die Studierenden verbrauchs- und bedarfsbasierte Energieausweise für die Hochschulgebäude.  

                                     Prof. Dr. Vajen, Dr. Kuhn (Kanzler) und Prof. Dr. Maas bei der feierlichen Übergabe des ersten Energieausweises                                        

Ergebnisse

1. Energieverbrauchsausweise

Zu den ersten Projekten der solarcampus-Analysen gehörte die Erstellung von Energieverbrauchsausweisen. Bei diesen wird der witterungsbereinigte Wärmeverbrauch von mindestens drei aufeinanderfolgenden Jahren ebenso wie der Stromverbrauch auf die Nettogrundfläche des Gebäudes bezogen. Im Rahmen der Arbeiten wurden für die folgenden Gebäude Energieverbrauchsausweise erstellt:

  • Mönchebergstr. 17      
  • Kolben-Seeger
  • Fachwerkhaus      
  • Studentenwohnheime WISO A, B, C
  • Hörsaalzentrum Süd      
  • Hörsaalzentrum Nord      
  • Bibliothek      
  • Hauptmensa      
  • Technik III/1      
  • Technik III/2
  • Murhardsche Bibliothek
  • Standort Wilhelmshöher Allee
  • Standort AVZ
  • Kunsthochschule  

Die Ergebnisse der Berechnungen sind zudem eine wichtige Grundlage der Grobanalyse des Liegenschaftsbestands der Universität.

2. Energiebedarfsausweise

Die Erstellung von bedarfsorientierten Energieausweisen ist weitaus aufwändiger als die Erstellung der von verbrauchsorientierten Energieausweisen, da eine genaue Bestandsaufnahme der Art, der Beschaffenheit und der Geometrie sowohl der Gebäudehülle als auch der Gebäudetechnik erstellt werden müssen. Basierend auf diesen Eingangsdaten wird der Bedarf des Gebäudes nach DIN 18599 softwarebasiert errechnet. Bislang wurden für die nachfolgend aufgeführten Gebäude Energieverbrauchsausweise erstellt, weitere sind zudem in Planung:

  • K 10      
  • K 36 (Zentrale Uni-Verwaltung)      
  • K 44 (HRZ, Torcafe)      
  • Betriebstechnik      
  • HaFeKa Vorderhaus     
  • Laborgebäude HaFeKa      
  • Torhaus A

Die Berechnung nach DIN 18599 ermöglicht es auch, neben der Darstellung des im Energieausweis angegebenen Ist-Zustandes, Sanierungsvarianten zu erstellen und zu bewerten. Dies wird im Folgenden anhand von zwei Beispielen dargelegt:

  • Um den Endenergiebedarf im Gebäude K 10 - 356,3 kWh/(m²a) - zu senken, wird zunächst empfohlen die verputzte Ostwand, das Flachdach an der Südseite und die Heizkörpernieschen zu dämmen. Weiterhin sollten diejenigen Wände mit hohem Fensterflächenanteil (z.B. dritte Etage) und das Treppenhaus mit Wärmeschutzverglasung versehen werden. Im Bereich der Anlagentechnik sollten vor allem die Steigleitungen im Inneren des Gebäudes gedämmt und die Lüftungsanlage mit einer Wärmerückgewinnung versehen werden.
  • Im Gebäude K 36, dem größten Verwaltungsgebäude der Universität, ist der Endenergiebedarf mit 323 kWh/(m²a) ebenfalls vergleichsweise hoch. Als Modernisierungsempfehlungen werden der Einsatz einer Wärmeschutzverglasung, die Dämmung der zum Innenhof liegenden Außenwand, der obersten Geschossdecke und der bisher nicht gedämmten Rohrleitungen angeführt. Weiterhin sollte eine Wärmerückgewinnung in die Lüftungsanlage integriert werden und das Heizungssystem hydraulisch abgeglichen werden.
              Die Thermographie des Gebäudes K 36 zeigt deutlich die energetischen Schwachstellen der Gebäudehülle an den Fenstern  und Dachüberständen    

 

 

 



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